BMWI – Hilfe für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen – bis zu 4.000 € Beratungskosten ohne Eigenanteil

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) fördert nunmehr auch Beratungsleistungen für von der Corona-Krise betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberuflern, ganz ohne Eigenanteil und bis zu einem Beratungswert in Höhe von 4.000 Euro.
Mit Inkrafttreten der verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen am 03.04.2020 stellt das BMWI wichtige nicht zurückzuzahlende Mittel bereit, damit sich kleine und mittlere Unternehmen professionell beraten lassen, sog. modifizierte Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-Hows (veröffentlicht im Bundesanzeiger unter Fundstelle Banz AT 02.04.2020 B5). Die Förderkonditionen sind bis Ende 2020 befristet.
Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen haben mittlerweile zu drastischen, teilweise arbeitsplatz- oder existenzbedrohenden Auswirkungen für nahezu alle Unternehmen und Branchen geführt. Mit erheblichen Auftragsrückgängen, unterbrochenen Lieferketten und veränderten Arbeitsbedingungen konfrontiert stehen die von der Krise betroffenen Unternehmen vor einer Vielzahl von betriebswirtschaftlichen Fragen. Hier ist eine schnelle Analyse des Ist-Status des Unternehmens und eine Bestimmung der auf die Krise und der damit einhergehenden veränderten Marktsituation sowie Wirtschaftslage angepassten und einzuleitenden Maßnahmen erforderlich.
Durch die Übernahme der Beratungskosten sollen die Unternehmen in die Lage versetzt werden, Maßnahmen zu entwickeln, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu begrenzen und sich wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Damit werden die durch die Bundesregierung bereits zuvor beschlossenen finanziellen Instrumente ergänzt.
Die bisherigen aufgrund der Covid-19 Pandemie entwickelten Instrumente umfassen u.a. die Soforthilfen in Form von Einmalzahlungen durch Bund und Länder, das kfW Sonderprogramm 2020 zur Deckung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs durch erleichterten Zugang zu günstigen Krediten, der KfW-Schnellkredit 2020 mit 100 Prozent Haftungsfreistellung, den erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld, vorübergehende Steuerentlastungen durch zinslose Stundung, Herabsetzung von Vorauszahlungen und Aussetzung der Vollstreckungsmaßnahmen, die Möglichkeit der Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen, die Beschränkung der Kündigung von Miet- und Pachtverhältnissen, das Leistungsverweigerungsrecht bei Dauerschuldverhältnissen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Hier den Durchblick zu bewahren, stellte bereits eine Herausforderung für eine Vielzahl der betroffenen Unternehmen dar.
Es wurde zudem erkannt, dass diese Unterstützungsmaßnahmen nur dann optimale Wirkung entfalten und bestmöglich genutzt werden können, wenn die Inanspruchnahme und Verwendung im Rahmen einer professionellen Beratung erfolgt bzw. ergänzt wird. Sämtliche Fördermaßnahmen gehen ins Leere, wenn das Unternehmen diese planlos in Anspruch nimmt und weitere auf die derzeitige Krise angepasste restrukturierende und/oder sanierende Maßnahmen nicht ergreift oder sogar nicht sieht.
Die neuen Förderkonditionen von professionellen Beratungsleistungen sind daher sehr begrüßenswert und dringend erforderlich. Dadurch, dass auch kein Eigenanteil zu leisten ist, wird den Unternehmen auch die Scheu genommen, hier eine weitere Kostenlast zu verursachen. Es ist zu hoffen, dass die von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen dieses vielversprechende Förderinstrument nun auch schnellstens wahr- und in Anspruch nehmen.

Yasmin N. Farnbacher
Rechtsanwältin &
Zertifizierte Beraterin für Restrukturierung und Sanierung

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