Der Insolvenzverwalter führt das von Gläubigern und Schuldnern unabhängige Insolvenzverfahren durch.

Das Amt des Insolvenzverwalters kann nur eine neutrale natürliche Person ausüben, die zudem geschäftskundig sein muss, d.h. Kenntnisse im juristischen und wirtschaftlichen Bereich vorweisen muss.

Die Ernennung des Insolvenzverwalters erfolgt in dem das Insolvenzverfahren eröffnenden Beschluss durch den Richter.

Als Schicksalsfrage erweist sich dabei die Auswahl des Insolvenzverwalters, da er diejenige Person ist, die prüft und entscheidet, ob und wie das Unternehmen fortgeführt werden kann. Wird das Unternehmen nicht fortgeführt, ist die Hoffnung auf eine Sanierung ausgeschlossen.

Lehnen die Gläubiger den Insolvenzverwalter ab, können sie im Rahmen der ersten Gläubigerversammlung einen anderen Insolvenzverwalter wählen. Dieser ist vom Insolvenzgericht zu bestätigen, wenn es sich um eine geeignete Person handelt. Verweigert das Insolvenzgericht die Bestätigung, kann die Entscheidung von jedem Insolvenzgläubiger mit der sofortigen Beschwerde angefochten werden.

Das Insolvenzgericht ist berechtigt und verpflichtet, die Arbeit des Insolvenzverwalters zu überprüfen.

Nach der Bestellung muss der Insolvenzverwalter das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen in Besitz nehmen.

Der Insolvenzverwalter ist vor Gericht Partei kraft Amtes und führt die Prozesse im eigenen Namen, da er allein über das Insolvenzvermögen verwaltungs- und verfügungsbefugt ist.

Seine Hauptaufgabe ist es,

  • schuldnerfremde Gegenständen aus der Insolvenzmasse auszusondern,
  • die Masse um zum Vermögen gehörende Gegenstände zu ergänzen,
  • und die Insolvenzmasse anschließend gleichmäßig an die Insolvenzgläubiger zu verteilen.

Der Übersichtlichkeit wegen ist er verpflichtet, sowohl ein Verzeichnis über die Massegegenstände als auch über die beteiligten Gläubiger zu erstellen.

Ist das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet, wird auf der Grundlage des Verzeichnisses ein Massegutachten erstellt, mit dem die Wirtschaftlichkeit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens überprüft werden soll.

Eine schuldhafte Pflichtverletzung des Insolvenzverwalters führt zu seiner persönlichen Haftung. Die Haftung endet spätestens drei Jahre nach der Aufhebung des Verfahrens.

 

Vorläufiger Insolvenzverwalter:
Das Insolvenzgericht kann noch vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Wege vorläufiger Sicherungsmaßnahmen die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters anordnen und dem Schuldner ein allgemeines Verfügungsverbot auferlegen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter ist dann schon berechtigt, die Geschäftsräume des Schuldners zu betreten und dort Nachforschungen anzustellen. Der Schuldner hat dem vorläufigen Insolvenzverwalter Einsicht in seine Bücher und Geschäftspapiere zu gestatten. Er hat ihm alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen.