Die Wilhelm Kesper GmbH & Co. KG meldete am Dienstag, den 10.07.2018, Insolvenz beim Amtsgericht Korbach an. Das schuldnerische Unternehmen ist im Bereich Produktion und Vertrieb von Badmöbeln tätig. Hauptgrund für die dramatische Entwicklung des Familienunternehmens ist der massive Umsatzrückgang in den letzten Monaten, der bedingt war durch verzögerte Abnahme von Lieferungen eines großen Kunden. Als weiteres Problem stellt sich die Konkurrenz aus Osteuropa dar, die aufgrund des niedrigeren Lohnniveaus deutlich günstiger produzieren können. Die durch diese Ursachen entstandene Liquiditätslücke konnte durch die Inhaberfamilie nicht mehr geschlossen werden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der Firma Badmöbel Kesper hat das Insolvenzgericht Rechtsanwalt Hartmut H. Mitze aus Frankenberg/Eder bestellt. Er wird sich in den nächsten Wochen mit der aktuellen Lage des Unternehmens auseinandersetzen, um eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden. „Derzeit sind wir dabei, uns einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen, um die Möglichkeiten einer Sanierung des Unternehmens sukzessive zu prüfen und auszuschöpfen“, so Rechtsanwalt Mitze. Großen Wert legt der vorläufige Insolvenzverwalter auf die Weiterführung des Unternehmens: „Meinem Team und mir ist es wichtig, dass das Unternehmen weiter reibungslos fortgeführt werden kann. Derzeit sind wir damit beschäftigt, uns mit den Kunden und wichtigsten Lieferanten über die Fortführung der Produktion und Sicherstellungen der Lieferungen abzustimmen. Der Betrieb wird derzeit mit dem Inhaber Hans-Jörg Kesper vollumfänglich fortgeführt.“ Von der Insolvenz betroffen sind 92 Arbeitnehmer. Diese sind in einer Betriebsversammlung am vergangenen Mittwoch, den 11.07.2018, über den Insolvenzantrag und die sich hieraus ergebenen Auswirkungen auf die bestehenden Arbeitsverhältnisse informiert worden. Vorab hatte bereits mit dem Betriebsrat des schuldnerischen Unternehmens ein Austausch und Informationsgespräch stattgefunden. Rechtsanwalt Mitze stellt insoweit fest: „Mit dem Betriebsrat und der Belegschaft sowie der Inhaberfamilie der Firma Badmöbel Kesper ist Einvernehmen darüber erzielt worden, dass nach gemeinsamen Lösungen zur Bewältigung der Krise gesucht werden soll.“ Auch der Markt habe bisher gut auf den Insolvenzantrag reagiert, es liegen bereits die ersten Gesprächsanfragen von potenziellen Interessenten vor. „Dies stimmt mich vorsichtig optimistisch“, so der vorläufige Insolvenzverwalter weiter. Mit einer Verfahrenseröffnung ist zum 01.09.2018, spätestens jedoch zum 01.10.2018 zu rechnen.

  • Amtsgericht

    Korbach

  • Verfahrenseröffnung

    Voraussichtlich für den 1. September 2018

Insolvenzverwalter